Heute ist der 6. Januar, in vielen Regionen der „Heilige Drei Könige“-Feiertag. Es wird berichtet, wie die Könige das Christus-Kind im Stall von Bethlehem fanden, es anbeteten und Geschenke übergaben. Warum hört man später nichts mehr von ihnen? Und wieso sollen sie heilig sein?

Das frage ich mich auch. Warum brachten sie nur Geschenke und machten dann alle drei sich auf und davon, ließen das Jesus-Kind schutzlos zurück?

 

Weitere Antworten:

 

  1. Schwer zu verstehen: Da werden drei Könige aus verschiedenen Reichen so stark geführt, auch mit Hilfe der Sterne, dass sie ein Kind in einem Stall finden. Dort huldigen sie dem Kind und geben Geschenke. Damit belassen sie es, ziehen fort und … lassen das Kind schutzlos zurück!
    Wenn solch mächtige, reiche Menschen Jesus lebenslang Schutz geboten hätten, hätte der spätere Mord an dem großen Wahrheitsbringer vielleicht verhindert werden können?
     
  2. Mit dem Geschenkebringen und Anbeten hielten die drei Könige offensichtlich ihre Mission für beendet.
    Wäre das Finden des neugeborenen Messias, des Retters, nicht eher der Anfang als das Ende ihrer Aufgabe gewesen? Mit ihrem Reichtum, ihrem Einfluss, ihrer Macht hätten Sie mithelfen können, Jesus vor Leid und frühem Tod zu bewahren.
     
  3. Zu den Antworten 1. und 2. eine Ergänzung:
    Versäumnisse bei anderen zu sehen, fällt leicht. Wenn ich mich selber betrachte, müsste ich mich auch abfragen: Wie steht es mit meiner Lebensaufgabe, meiner „Berufung“?
    Habe ich die überhaupt gesucht, gefunden?
    Und wenn ja, erfülle ich die ganz oder nur teils oder gar nicht oder in falscher Art?
     
  4. Wie wird man „heilig“? Es sind kirchliche Organe, die denken, eine Person „heilig“sprechen zu können.
     
  5. Die drei Könige waren wohl Wahrheitssucher und hatten eine sehr hohe Berufung, um derentwillen sie sogar durch Zeichen der Natur zum Stall in Bethlehem geführt wurden. Dies müssen zutiefst fromme Menschen gewesen sein, die sich im Laufe ihres Lebens tiefschürfend mit den „Mysterien“ der Wahrheit befasst hatten, so dass sie zu einem späteren Lebensabschnitt zu dem Stall geführt werden konnten, in dem Jesus, die inkarnierte Wahrheit, in der Krippe lag, – so lautet die Erzählung in der Bibel, die wir nicht als Märchen, sondern als Tatsachenbericht annehmen.

    Der Schlüssel für mich ist „die Wahrheit zu suchen“ und was jemand daraus macht, wenn er sie findet. Geht es ihm beim Suchen nur um die Sache an sich, oder geht es ihm um das Finden und somit Bleiben und Dienen. Hierin liegt das Versagen der drei Könige. Nach all den Jahren des Suchens zu jenem erhabenen Geschehen geführt, wie  konnten sie dennoch nur so Geringes zurücklassen, nur irdische Gaben?

    Warum erbaten sie nicht: „Herr, gewähre mir, Deine Wahrheit zu finden, und wenn ich sie finde, dass ich Dir Tag für Tag unerschütterlich diene für den Rest meines Lebens“?

    Ja, die Geschichte der drei Könige ist eine Tatsache, aber sie ist auch insofern gleichnishaft als sie deutlich aufzeigt: die Oberflächlichkeit unseres Suchens, die Oberflächlichkeit unseres Seins, unser aller Unzulänglichkeit im Finden und Festzuhalten und im Tag für Tag unermüdlich daran zu arbeiten der Wahrheit zu dienen, trotz aller Prüfungen und Versuchungen, die wir auf all unseren Wegen und Nebenwegen erfahren können.

    Insofern ist die Frage nach den drei Königen und ihrer eigentlichen Aufgabe eine Schlüsselfrage, lehrt uns aber auch großartige Lektionen über unsere eigenen persönlichen Unzulänglichkeiten.